Le Roleplay

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Re: Le Roleplay

Beitrag von DanDaniel am Mi Jan 18, 2017 8:41 pm

Brian
"Dann darf ich mich wohl geehrt fühlen, wenn ich deinen Atem Wert bin." antwortete ich grinsend und nahm einen Schluck Bier bevor ich fortfuhr.
"Aber meinst du wirklich, dass du weniger interessant bist als die ganzen anderen Leute hier? Ich meine, jeder hat irgendwas zu erzählen oder nicht? Zum Beispiel Sally da drüben, jedes Mal wenn sie bei uns steht erzählt sie uns dieselbe Sloppy Joe und Cream Cheese Geschichte, und es hören ihr trotzdem alle zu. Und ehrlich gesagt ist die Geschichte auch nicht sonderlich viel interessanter als sie klingt." erzählte ich vor mich hin und wies dabei in die Richtung des schwarzhaarigen Mädchens das gerade mit großen Gesten versuchte, dem Rest ihrer Gruppe etwas näher zu bringen. Ich grinste. "Siehst du, ich glaube sie erzählt sie gerade nochmal."
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Re: Le Roleplay

Beitrag von MyMilo am Do Jan 26, 2017 5:55 pm

Damiano
Langsam wandte ich mich in ungefähr dieselbe Richtung, in die Bry wies, und erkannte die Erzählerin sogar noch. Wie oder woher ich sie kannte, war mir nicht unbedingt klar.
"Ah... sogar ich kenne die Geschichte, glaube ich. Das, was ich zu erzählen hätte, ist vielleicht etwas zu italienisch für die anderen. Außerdem würde ich jetzt niemanden mit der Geschichte mit meiner Nonna und meinen Haaren verstören wollen", gab ich kichernd zu. Doch als ich den doch überaus interessierten Blick meines Gegenübers einfing, gab ich schlussendlich doch nach.
"Na gut, es war so. Es kam schon öfter vor, dass ich später als vereinbart nach Hause kam, aber ich hatte es immer geschafft, mich unbemerkt reinzuschleichen. Nur war eines Nachts eben meine Nonna gerade zu dem Zeitpunkt wach... zuerst hielt sie mich für einen Einbrecher und wollte mit dem Küchenmesser auf mich losgehen, aber ich hatte sie schnell überzeugt, dass es ich war. Aber im Nachhinein hätte ich einfach weglaufen sollen. Denn stattdessen schnappte sie sich eine Schere und schnitt mir in fast kompletter Dunkelheit die Haare kurz... und das war nicht allzu lange her", schloss ich und fuhr mir kurz durch die Haare. Allein die Erinnerung an diesen Abend ließ mich unweigerlich grinsen.
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Re: Le Roleplay

Beitrag von DanDaniel am Do Jan 26, 2017 6:54 pm

Brian
Ich grinste, die Geschichte war wirklich mal was anderes, sowas erlebte man eben nur in italienischen Haushalten. Oder in Mexikanischen. Nicht in Amerikanischen jedenfalls. "Sieht man gar nicht mehr." kommentierte ich und deutete auf seine Haare. "Die Geschichte ist echt typisch, wenn ich mal in Italien bin und nicht nach den Regeln meiner Nonna lebe, dann gibt sie der Putzfrau eine Woche frei. Und das Haus in dem meine Großeltern leben ist nicht gerade klein." seufzte ich. Aber das war auch nur einmal passiert, seither passte ich lieber auf, was ich tat, wenn ich dort war. "Aber hey, du hast ja doch was zu erzählen, siehst du?"
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Re: Le Roleplay

Beitrag von MyMilo am Do Jan 26, 2017 8:09 pm

Damiano
"Na ja, das, was ich zu erzählen habe, sind eben nicht die üblichen Sauf-, Drogen- oder Dategeschichten, eben das, was die meisten auf solchen Partys interessiert, Dinge, die Gerüchte aufkommen lassen und als Erpressungsmaterial genutzt werden können. Die werden dich, wenn überhaupt, einmal schräg anschauen und das wars dann auch wieder, bis morgen haben die sowieso schon alles wieder vergessen, daran würde ich nicht meine Atemluft verschwenden", wiederholte ich.
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Re: Le Roleplay

Beitrag von MyMilo am Di Feb 21, 2017 2:12 am

Stig
Um ehrlich zu sein, war dieses Studium um einiges einfacher, als ich es mir vorgestellt hatte. Gut, ich hatte auf dieser Privatschule mehr als genug Unterricht in Wirtschaft und Finanzen genossen, dennoch hatte ich mir das Ganze etwas anspruchsvoller vorgestellt. Aber ich schätze, für die Anfänger hier war es wohl von Vorteil.
Nachdenklich schob ich das schwere Einführungsbuch weiter von mir weg und legte den gelben Textmarker zur Seite. Ich drehte mich einmal mit meinem Stuhl um und starrte die gegenüberliegende Wand des kleinen, menschenleeren Zimmers an. Zugegeben, es gab solche Tage, an denen ich mir einen Zimmergenossen wünschte. Aber es musste wohl so bleiben, wie es gerade ist. Auch wenn sich dieser Zustand seit drei Jahren nicht sonderlich verändert hatte. Ich besuchte die Uni und wohnte auf dem Campus, ich machte meine Arbeit, ich tat, wie mir geheißen.
Kurz warf ich einen prüfenden Blick nach draußen, dann auf die Uhr. Vielleicht konnte ich noch einen Kaffee holen, bevor ich weitermachte. Es schien jedenfalls mehr als genug Zeit übrig zu sein. Also schlüpfte ich in meine viel zu teuren Sneaker und machte mich auf den etwas längeren Weg als letztes Semester, da ich zum neuen Studium in die hinterste Ecke des Campus versetzt wurde.
Dort angelangt, war wie erwartet auch einiges los, aber ich musste dafür nicht so viel Zeit mit Überlegen verbringen, da ich so gut wie immer das Gleiche bestellte: einen Americano Grande. Im Sommer auch die Iced-Version. Die hatten hier einfach echt Ahnung davon, und ich hatte davor noch keinen besseren getrunken.
Als ich an die Reihe kam, wurde ich von einem mir bisher unbekannten Barista begrüßt. Musste neu sein. Während ich meine Bestellung durchgab, landeten meine Augen kurz auf seinem Namensschild. Emmy also. Keine Ahnung, ob es ein Spitzname war, aber mir wäre dafür auch keine lange Version eingefallen.
Dann kam die Frage nach dem Namen. Ich konnte mich schon dabei sehen, wie ich einen neuen Sleeve meiner Stick-Kollektion hinzufügte.
"Stig."


Zuletzt von MyMilo am Mo März 13, 2017 9:03 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : typo)
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Re: Le Roleplay

Beitrag von DanDaniel am Di Feb 21, 2017 8:54 am

Emmanuel
Ein ganz normale Tag being Starbucks bisher, auch wenn es langsam etwas später wurde und sich meine Schicht zu Ende neigte. Hell war es her natürlich noch ein Weilchen, aber die Uhr näherte sich stetig sechs Uhr, beziehungsweise der Seit zu fer ich heute fertig sein würde. Ich war froh um das frühe Ende, letztes Nacht war anstrengend gewesen, und ich hatte nur um die vier Stunden Schlaf bekommen. Aber trotz dem eh schon frühen Ende sollte ich mir gleich wünschen, dass ich vor einer Stunde schon hier weggewesen wäre. Denn als ich von einem Eintrag in den Dienstplan aufsah, stand vor mir der eine Typ auf diesem Planeten, dem ich one zu zögern die Halsschlagader durchschneiden würde, wenn ich die Gelegenheit dazu hätte. Der Typ der es verdient hatte, alles zu verlieren was er besaß, und von seinen Freunden hintergangen zu werden. Der Typ, der vor vier Jahren dafür verantwortlich war, dass meine Familie ihrer Firma beraubt und in die Privatinsolvenz getrieben wurde, dass mein Vater in San Francisco im Gefängnis saß, und auf was sich das hinauslief, dass meine Mutter mit zwei Jobs kaum genug hatte um ihre Miete zu bezahlen und ich mich hier, Stunden entfernt, mit drei Jobs und keinem freien Tag durchhangelte und mit meinem Verhältnis von Alter zu Ausbildung, vermutlich nie die Chance auf irgendeinen vernünftigen Job haben würde. Ich hatte nicht einmal einen Highschool Abschluss. Und dieser Typ ging nach Stanford?
Aber zuerst dachte ich gar nicht so weit. Im ersten Moment dachte ich sowieso nur dass es sich hier wieder um einen dieser europäischen Hipster, von denen es hier beängstigend viele gab - ich arbeitete bei Starbucks, ich musste es wissen. Aber nachdem mir das seltsame Gefühl kam, ich hätte dieses Gesicht schonmal irgendwo gesehen, wurde ich von der Erkenntnis praktisch ins Gesicht geschlagen. Klar, es war nicht sicher. Es konnte sein verschollener Zwilling sein, oder einer dieser sieben Doppelgänger, die ja jeder haben sollte. Aber das Gefühl ging einfach nicht weg. Und als ich ihn nach seinem Namen fragte, hatte ich das Gefühl, jeder im Raum müsste hören wie laut das Blut in meinen Ohren rauschte, immerhin hörte ich meine eigene Stimme kaum noch. Aber als er seinen Namen dann aussprach, hörte ich ihn laut und klar. Mein Gesicht gefror, und ich wusste nicht einmal mehr, welchen Ausdruck ich überhaupt aufgesetzt hatte. Ich kritzelte den Namen auf den Becher, danb wandte ich mich ab und tippte Sally auf die Schulter, um ihr den Becher in die Hand zu drücken. Sie sah mich ein wenig verwirrt an, übernahm aber für mich ohne zu fragen. Ich machte mich dafür an die fortsetzung des Vanilla Lattes, den sie gerade zubereitet hatte.
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Re: Le Roleplay

Beitrag von MyMilo am Di Feb 21, 2017 5:14 pm

Stig
Zwar war ich etwas verwirrt, als ich meine Bestellung von einer anderen Barista bekam, aber das war auch nicht das erste Mal, dass sowas passierte. Also nahm ich den einigermaßen heißen Becher an mich und zahlte.
Jedoch blieb ich nochmals stehen, bevor ich den Laden verließ. Etwas an dem Becher hatte mich stutzig gemacht. Und damit meinte ich keine kontroversen Designs oder dergleichen. Es war einfach nur mein Name auf dem Sleeve, richtig geschrieben. Das musste das erste Mal in drei Jahren gewesen sein, dass ihn jemand richtig geschrieben hatte. Vielleicht wusste der Neuling, dass so ein Name tatsächlich existiert.
Kurz drehte ich mich um und versuchte, ihn hinter dem Tresen auszumachen, und tatsächlich, er sah auch rüber. Aber dieser Blickkontakt dauerte nicht länger als eine Sekunde, bevor er sich wieder abwandte. Mit einem leichten Schulternzucken drehte ich mich auch um und trat aus der Tür heraus.
So sehr ich mich auch auf meine Aufgaben konzentrieren wollte, konnte ich nicht anders, als immer wieder zu dem inzwischen leeren Becher rüberzuschielen. Irgendwas machte mich skeptisch an dieser ganzen Situation, aber ich kam nicht drauf, was es war.
Seufzend schloss ich mein Buch und machte mich auf den Weg zum Badezimmer. Für heute machte ich mal früher Schluss, meine Konzentration war sowieso dahin.
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Re: Le Roleplay

Beitrag von DanDaniel am Di Feb 21, 2017 9:09 pm

Emmanuel
Stig schien mich nicht einmal annähernd erkannt zu haben, oder es hatte ihn einfach nicht interessiert. Klar, in seinem Leben hatte die Sache ja nie einen großen Einfluss gehabt. Vermutlich hatte er meine Existenz schon verdrängt. Dabei hatte er am letzten Tag der Gerichtsverhandlung noch so dramatisch getan, als wollte er unbedingt mit mir reden und es sei das wichtigste in seinem Leben. Jetzt zu denken, dass ich damals fast nachgegeben hätte... Ich fragte mich ob das überhaupt irgendetwas geändert hätte. Ich hätte ja doch mit meiner Mutter gehen müssen. Und mein Leben wäre genau so beschissen geworden- Okay, jetzt war aber Schluss mit diesem Trauertheater. Ich verbrachte durchschnittlich genau eine Stunde pro Monat damit, mein Leben zu bedauern, und so schlimm war es im Moment auch wirklich nicht. Diese bescheuerte Erinnerung an die Vergangenheit in menschlicher Form hatte meine gesamte neue positive Einstellung total über den Haufen geworfen. Ich hoffte nur, dass das schnell wieder weg ging.

Eine Arbeitswoche später und - es ging nicht schnell wieder weg. Und mit Ende der Arbeitswoche kam für mich nun Mal nicht die Erlösung von zwei freien Tagen, sondern ich durfte direkt noch mehr arbeiten. Von halb Fünf bis halb Acht half ich im Lager bei der Lieferung für heute, dann beim setup des Frühstücksbuffets. Dann durfte ich nach einer Pause (in der ich selbst einen Frühstücksteller bekam, meine Chefin war ein Held) noch Champagner stemmen bis sich die Leute verflüchtigten, und in der Pause zwischen Ende des Buffets und Küchenöffnung um Elf kümmerte ich mich darum dass von allem genug greifbar war. Mittlerweile war es kurz nach zwölf und das Servierpersonal, zu dem ich mich unglücklicherweise auch zählen durfte, kam ganz schön ins Schwitzen. Um diese Zeit waren wir gefühlt nur am rennen, und die Kundschaft in diesen Kreisen neigte zusätzlich dazu sich zu beschweren dass ihr Wein ein halbes Grad zu warm war. Aber man hielt durch, schließlich wurde man am Ende des Monats ja dafür bezahlt. Und wir lebten in einer Umgebung in der man sich einen Fehler oder Aussetzer nicht erlauben durfte, weil vor der Tür gleich drei bis fünf Leute warteten, die den Job besser machen konnten. Also kam und ging die Hauptgeschäftszeit. Aber da wir hier im Valley waren, begann erst nach der großen Kaffeewelle das wahre Geldverdienen. Denn nun, da die ganzen lauten Mittagesser weg waren und der Nachmittag sich über uns legte, schneiten langsam die Geschäftstermine herein - und da es sich hier um die Leute handelte, die so wichtig waren, dass sie sich am Samstag übers Geschäft unterhalten mussten (manchmal handelte es sich sogar um Sponsoren), eskalierte das immer zu einem regelrechten Kampf zwischen den Bedienungen - denn diese Leute waren für gewöhnlich auch sehr großzügig mit dem Trinkgeld. Ich hatte es gegen vier geschafft, mir einen Tisch zu schnappen, an dem sich ein Stanford Student (ich hatte ihn schon einmal auf dem Campus gesehen) mit einem Mann in seinen dreißigern unterhielt (sein Charisma sagte mir, dass es sich hier vermutlich um einen aufsteigenden Silicon Valley Firmengründer handelte), vermutlich über Zukunftsangelegenheiten, oder ein Sommerpraktikum. Außer ihnen war noch eine Gruppe da, die sich im vorbeigehen schwer nach Marketingstrategien anhörte. Und gerade kam noch jemand rein, aber ich war damit beschäftigt, eine Bestellung aufzunehmen und diese in die Küche zu überliefern, also bekam ich noch nichts von den neuen Leuten mit. Es hörte sich aber ziemlich nach Student mit Elternpaar an, wenn man mich fragte.
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Re: Le Roleplay

Beitrag von MyMilo am Di Feb 21, 2017 10:19 pm

Stig
Und wieder stand das monatliche Update mit meinen Eltern in irgendeinem schicken Restaurant an. Wirklich, das konnte mir auch erspart bleiben, denn es war sowieso immer das Gleiche. Ja, ich schreibe gute Noten an der Uni, nein, ich habe keine Kontakte geknüpft, die nicht von wirtschaftlicher Bedeutung sind, nein, ich wurde nicht krank. Wobei das schlichtweg gelogen war, schließlich mussten sich unsere Bediensteten nicht um alles kümmern. Außerdem gab es eine Apotheke auf dem Campus, das reichte aus.
Irgendwann nach der Vorspeise wurde es etwas ruhiger am Tisch, da langsam die Gesprächsthemen ausgingen, jetzt mal davon abgesehen, dass mein Vater ab und zu einen Anruf entgegennehmen musste. In solchen Momenten vermisste ich die Gesellschaft meiner kleinen Schwester, aber die wurde in irgendeine private Middleschool in der Nähe von Anaheim gesteckt.
Also beschäftigte ich mich etwas damit, mich im Lokal umzusehen, während der Hauptgang in Arbeit war. So weit ich mich erinnern konnte, bin ich noch nie hier gewesen, aber das machte es gleich noch etwas interessanter. Wie die ganzen Kellner gestresst durch den Raum huschten, da bekam ich schon Mitleid. Irgendwie hätte ich auch gerne so einen kleinen Nebenjob, etwas, was nichts mit der Schule zu tun hat und wo man mich nicht überwachen kann. Dabei ging es mir um alles andere als das Geld, ich hätte einfach nur zu gerne so eine Erfahrung. Aber das würde wohl ein unerfüllter Wunsch bleiben.
Als der Hauptgang eintraf, bemerkte ich irgendetwas aus dem Augenwinkel, etwas, was mir bekannt vorkam. Kurz ließ ich meinen Blick abschweifen und bekam gerade noch mit, wie der Barista von letztens in der Küche verschwand. Sieht so aus, als ob er mehrere Jobs brauchen würde. Das war wohl die Realität des amerikanischen Traums, im Gegensatz dazu, wie ihn sich mein Vater erfüllt hatte. Oder besser gesagt, wie er Traum eines anderen zerstört hatte. Dessen Sohn war damals der einzige Freund, den ich hatte. Aber ich hatte ihn seither nie wieder gesehen. Wenn ich nur wüsste, wie er geheißen hatte. Nachdenklich nahm ich einen Schluck meines viel zu teuren Weines. Es ist so, als ob ich ihn gerade direkt ansehen würde... Genau, Emmanuel, das war sein Name. Er stand ja gerade dort hinten und sah mich an, bevor er mit seiner Bestellung weiterging.
Warte, was?
Beinahe verschluckte ich mich an dem Wein und entschuldigte mich hastig, bevor ich den Tisch verließ und zur Toilette eilte. Dort musste ich mich erst mal auf dem Waschbecken abstützen und meine Gedanken sortieren.
Also gut, dein bester und einziger Freund, den du seit vier Jahren nicht mehr gesehen hast, weil dein Vater seinen Vater wegen dir in einem Gerichtsverfahren auffliegen ließ und dieser deshalb ins Gefängnis kam und bankrott ging, arbeitet im Starbucks auf dem Campus deiner Uni und auch in diesem Restaurant, in dem du dich gerade mit deinen Eltern befindest. Frage an mich: Warum hast du ihn nicht schon letzte Woche erkannt? Womöglich lag es an den Haaren.
Mit Mühe hob ich den Kopf und betrachtete mich selbst im Spiegel. Aber was soll ich jetzt machen? Hier konnte ich wohl nicht mit ihm reden, zu viele Zeugen. Ich musste wohl darauf warten, bis ich wieder an der Uni war.
So normal wie möglich verließ ich die Toiletten und bahnte mir einen Weg zu unserem Tisch zurück, wobei ich mich beinahe paranoid umsah. Glücklicherweise haben meine Eltern davon nicht wirklich etwas bemerkt. Also dann hieß es wohl Abwarten. Dennoch ließ ich es mir nicht nehmen, immer wieder verstohlene Blicke in Richtung der Küche zu werfen.
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Re: Le Roleplay

Beitrag von DanDaniel am Di Feb 21, 2017 11:07 pm

Emmanuel
Es hatte etwa eine halbe Sekunde gebraucht, bis ich erkannte, wer da am Tisch saß. Und noch ein paar weitere Sekunden, um seine Begleitung zu identifizieren. Ich hatte das Gefühl, dass mir schlecht wurde. Das war echt ein zu großer Zufall. Hatte ich irgendetwas falsch gemacht und wurde vom Karma heimgesucht?
Ich starrte die heilige Dreifaltigkeit der Zerstörung meines Lebens eine viel zu lange Zeit einfach nur an, gefühlt, als würden mir gleich die Augen aus dem Kopf fallen, und konzentrierte mich darauf, meine Beine nicht nachgeben zu lassen. Ich bemerkte zwar, dass Stig kurz zurückstarrte, aber erst, als er sich Hals über Kopf vom Tisch verzog und Richtung Toilette verschwand, wurde ich aus meiner Trance gerissen. Hatte er mich erkannt? Ich sah hinter mich - da war nichts, zumindest nichts, das einen... Einundzwanzig-jährigen, wenn ich mich nicht irrte, so aufschrecken konnte. Dann musste es das wohl sein. Hah. Damit hatte er wohl nicht gerechnet. Vermutlich dachte er ich sei irgendwo in den Central States am verhungern, oder der Mafia beigetreten. Was auch immer. Ich warf den Eltern noch einen letzten, hasserfüllten Blick zu, auch wenn sie mich nicht sehen konnten, dann machte ich mich wieder an die Arbeit.
Ich hoffte sie fanden eine Scherbe in ihrem Essen und starben dran bevor sie uns verklagen konnten.
Unglücklicherweise traf dieser Fall nicht ein, aber ich fühlte mich die ganze restliche Zeit die sie da waren auf unangenehme Weise beobachtet, also fragte ich die Chefin ob ich eine Pause machen durfte nachdem mein Tisch gegangen war, und da momentan nicht viel los war, hatte sie nichts dagegen.
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Re: Le Roleplay

Beitrag von MyMilo am Mi Feb 22, 2017 1:05 am

Stig
Nach ungefähr drei Tagen ständiger Starbucksbesuche konnte ich am vierten Tag endlich mein Ziel hinter dem Tresen ausmachen. Von draußen aus, versteht sich. Denn als ich den Laden betreten hatte, fiel mir auf, dass er verschwunden war. Also setzte ich den anderen Plan um, den ich mir für ihn ausgedacht hatte.

"Meet me after your shift ((uf Deutsch klingt des zu hässlich))", ließ ich die Barista wissen, die mich zwar etwas verdutzt ansah, aber dennoch das aufschrieb, nach dem ich gefragt hatte. Nachdem ich bezahlt hatte, war ich aber noch nicht fertig mit meinen etwas speziellen Angaben.
"Der ist nicht für mich, aber können Sie ihn Emmy geben? Er hat heute Schicht, nicht wahr?" Einen weiteren verwirrten Blick später nickte sie doch noch und nahm den Becher wieder vom Tresen, um ihn irgendwo in einen hinteren Raum zu bringen. Ich hingegen marschierte wieder nach draußen und suchte mir irgendeinen Ort, an dem ich beide Ausgänge im Blickfeld hatte. Diese Möglichkeit konnte ich mir wirklich nicht entgehen lassen, ich musste einfach mit ihm sprechen. Deswegen durfte er mir auch nicht entkommen.
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Re: Le Roleplay

Beitrag von DanDaniel am Mi Feb 22, 2017 11:37 pm

Emmanuel
Ich hatte zwar nicht damit gerechnet, aber irgendwie war ich nicht sehr überrascht, als ich Stig am Donnerstag vor dem Starbucks entdeckte. Glücklicherweise schon zu einem Zeitpunkt, zu dem ich mich auf die Toilette verabschieden konnte, bevor er den Laden betrat und man ihn mir aufbrummen konnte. Ich stellte sicher, dass ich lange genug wegblieb, dass er bestimmt wieder weg war, wenn ich zurückkam, und war in dieser Mission auch erfolgreich. Allerdings schickte mich Sher gleich wieder nach hinten in der Pausenraum, weil sie meinte, ein Gast habe etwas für mich hinterlassen. Erst wollteich gar nicht nachschauen, aber dann gab ich doch nach. Auf dem Kaffeetisch stand ein Becher mit einem kalten Getränk, Venti. Darauf fand ich meinen Namen und irgendein kaum leserliches gekritzel. Nach einem Moment der Hieroglyphenforschung ließ sich dann aber auch etwas entziffern. Und die Botschaft dahinter war wohl, dass ich ihn nach meiner Schicht treffen sollte. Als ob.
Wenn ich den Becher drehte, sah ich, dass es sich bei dem Getränk um einen Haselnussfrappuccino mit Sahne, Karamell und Schokosirup handelte. Sobald ich das entziffert hatte, wusste ich für einen Moment nicht genau, ob ich lachen sollte oder gleich in Tränen ausbrach. Mein Lieblingsgetränk von vor vier Jahren - gegenüber des Gerichtshofes gab es damals einen Starbucks, und wann immer wir nicht im Saal waren oder Bereitschaft stehen mussten, waren wir rüber gegangen und hatten uns über Gott und die Welt unterhalten. Unsere Bestellung hatte jedes Mal genau gleich ausgesehen: Ein Iced Americano Grande und das Zeug hier, Venti. Aber mittlerweile würde ich lieber eine Packung Zimt essen als das Zeug hier auch nur anzurühren - sei es die Geschmacksänderung oder das emotionale Trauma, ich konnte es einfach nicht mehr sehen.
Ich schüttelte den Kopf um das ganze Zeug loszuwerden und ging mit dem Getränk in der Hand zurück zur Bar, wo ich mir einen Edding schnappte und das ganze gekritzel bis auf die Produktbeschreibung unkenntlich machte (obwohl es schon verdammt nah dranwar - aber es war eben auch schwer für die ungeübte Hand, auf der gewölbten Oberfläche zu schreiben). Dann verscheuchte ich Sher von der Kasse, wo gerade ein Mädchen an die Reihe kam, sie sah ziemlich jung aus, vermutlich erstes Semester, oder zumindest Jahr. Sher verdrehte die Augen, als ich mein fröhlichstes Grinsen aufsetzte. "Hallo die Dame, darf ich nach ihrem Namen fragen?", wollte ich wissen. Sie schien etwas perplex, aber da wir später eh zu diesem Punkt gekommen wären, erklärte sie mir mit einem etwas scheuen lächeln, dass sie Meridith heiße. Ich nickte und versicherte ihr, dass das ein toller Name sei. "Also, Miridith, hör zu... das hier ist ein Haselnussfrappuccino mit Sahne und Caramell und Schokosirup, zubereitet von meiner bezaubernden Freundin Sher, aber leider hat sie den Kunden wohl falsch verstanden, alsoließ er ihn gerade eben zurückgehen... Was sagst du dazu, wenn ich hier noch deinen Namen draufschreibe, und als Entschädigung für das ganze Gekritzel hier" ich kreiste die Sache mit dem Finger ein "gibts ihn gratis."

Wie das Ende meiner Schicht näher rückte, wurde ich langsam immer unruhiger, und gegen Sieben fing ich an mir Gedanken darüber zu machen, ob ich nicht vielleicht einfach auf der Couch im Pausenzimmer schlafen sollte. Allerdings entschied ich mich dann doch dagegen und verließ das Gebäude ein wenig später als ich gemusst hätte, zur Sicherheit durch den Hintereingang. Was sich als komplett überflüssig herausstellte, als ich sah, dass Stig an einer Ecke gewartet hatte, von der aus er beide Eingänge im Blick hatte. Unsere Blicke trafen sich in dem Moment für eine Sekunde, dann drehte ich mich weg und ging in die andere Richtung. Ich hatte einfach keine Lust, den ganzen Blödsinn nochmal aufzurollen.
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Re: Le Roleplay

Beitrag von MyMilo am Do Feb 23, 2017 12:41 am

Stig
Ignorieren konnte ich den Adrenalinschub, den ich rein von seinem Abgang bekam, natürlich nicht, also nahm ich die Beine in die Hand und fing an, ihm hinterher zu joggen. Es fühlte sich wie eine halbe Ewigkeit an, bis ich zu ihm aufgeholt hatte, dennoch ließ er nicht so leicht von seinem schnellen Gang ab.
"Emmanuel!", rief ich ihm leise aus einer kleineren Entfernung zu, doch er schien mich zu ignorieren und ging einfach weiter. So zog sich das Spiel für ein paar Minuten hin, ich versuchte, seine Aufmerksamkeit mit Freundlichkeit zu bekommen und sah keine Reaktion darauf. Bis es mir schlussendlich zu bunt wurde und ich nur noch einen ungefähren Meter hinter ihm lief.
"Bleib stehen!", schrie ich ihn beinahe an, wobei ich selbst auf der Stelle stehen blieb. Ich wusste nicht, ob der ernste Ton oder die Lautstärke ausschlaggebend war, aber er verlangsamte tatsächlich seine Schritte, bis er zum Stehen kam. Er drehte sich nicht um. Mit schnellen Schritten holte ich zu ihm auf und blieb vor ihm stehen. Meinen Blicken wich er aus.
"Hey, ich wollte dich wirklich nicht so anfahren, aber sehr viel weiter kann ich dir nicht folgen, weil... ach, auch egal. Es war lange her, seitdem ich dich das letzte Mal gesehen hatte... du bist größer geworden, nicht?" Warum habe ich das gesagt? Was Dümmeres ist mir auch nicht eingefallen, was?
"Also... wie geht es dir im Moment?", fragte ich vorsichtig nach.
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Re: Le Roleplay

Beitrag von DanDaniel am Do Feb 23, 2017 7:29 pm

Emmanuel
Ich konnte nicht glauben, wie er mit mir redete. Als seien wir immer noch Freunde oder gute Bekannte - und was interessierte es ihn Bitte, ob ich gewachsen war?
"Okay, ich weiß nicht, ob du da was verpasst hast, aber..." begann ich schließlich gereizt mit einer Reaktion und sah ihm endlich auch mal ins Gesicht, "...bei unserer letzten Begegnung waren wir keine Freunde, und nur weil seither ein Haufen Zeit vergangen ist, heißt das nicht, dass sich daran irgendetwas geändert hat." klärte ich ihn auf und starrte einen Moment lang aufmüpfig in die Augen. Was vielleicht nicht die beste Idee war, da diese mir sofort ungefähr achtzig Prozent meiner Aggressivität nahmen und meine Stimme beim nächsten Satz (ohne das vorher zu wissen, ansonsten hätte ich einfach den Mund gehalten) einfach nur noch brüchig und heiser klang.
"Also was genau bezweckst du hiermit?"
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Re: Le Roleplay

Beitrag von MyMilo am Do Feb 23, 2017 7:48 pm

Stig
Ich spürte einen leichten Stich, als ich das von ihm hören musste. Wieso hasste er mich so sehr? Gut, die Frage ließ sich vermutlich von selbst beantworten, wenn man sich unsere gemeinsame Vergangenheit ansah. Aber warum tat er das nach so langer Zeit immer noch? Ich konnte mich selbst nicht mal an unsere letzte Begegnung erinnern... ich wusste nur, dass ich an dem Tag lange geweint hatte. Wahrscheinlich deswegen, was passiert war. Aber das wollte mir einfach nicht einfallen, so sehr schien ich es verdrängt zu haben.
"Ich...", begann ich weiterhin vorsichtig, "ich will damit nichts bezwecken, außer nach so langer Zeit mit dir zu reden. Außerdem hab ich gar keine andere Wahl, als dich hier aufzuhalten, wenn mich einer unserer Männer mit dir sieht... das tut jetzt auch nichts zur Sache", brach ich schnell wieder ab. Am liebsten würde ich es ihm ja erzählen, am liebsten würde ich ihm die ganze Geschichte von früher erzählen, aber er wollte im Moment kaum, dass ich überhaupt mit ihm sprach.
"Ich hab oft über dich nachgedacht, wie es dir geht, was du so machst, und jetzt hab ich dich tatsächlich vor mir. Aber wenn du nicht mit mir reden willst, kann ich dich auch nicht aufhalten", schloss ich und trat ein wenig zurück.
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Re: Le Roleplay

Beitrag von DanDaniel am Do Feb 23, 2017 8:23 pm

Emmanuel
Ich verdrehte abschätzig die Augen, als Stig irgendwas von seinen "Leuten" redete. Dann ließ ich ihn zu Ende reden und verschränkte die Arme vor der Brust. "Du willst wissen, was ich so mache?", fragte ich schließlich mit zynischem Unterton. Ich wusste nicht, warum ich nach dieser Gelegenheit, die er mir auf dem Silbertablett servierte, nicht auf dem Absatz kehrt machte und mich wieder verzog, aber ein wenig musste ich ihm die Sache dann doch unter die Nase reiben. "Ich arbeite jeden Tag der Woche jede Minute, die man mir die Gelegenheit gibt, in drei Jobs, nur um in einer Studentenverbindung ein Bett mieten zu können. Ich kann zwei Mal im Jahr meine Mutter an der 190er besuchen, weil das der einzige Ort ist, an dem nicht jeder die Scheiße mitbekommen hat und sie noch Arbeit kriegt, außer zu den Amish zu gehen. Ich musste die Highschool schmeißen und an der Küste Arbeit suchen, weil sie uns mit zwei Jobs nicht durchbringen konnte. Ich war für zwei Jahre so gut wie Obdachlos da unten. Und dann hab ich mich mit AUtostopp hier raufbewegt und habe jeden Arbeitgeber den ich finden konnte angefleht, mir ihre Drecksarbeit zu überlassen, denn glaub mir, ohne Highschoolabschluss sehen dich die Leute hier am liebsten gar nicht an, und als kleiner Bonus bin ich noch schwarz. Aber nein, mir gehts toll. Ist echt schön, mal wieder daran erinnert zu werden, wem ich das eigentlich zu verdanken habe."
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Re: Le Roleplay

Beitrag von MyMilo am Do Feb 23, 2017 8:58 pm

Stig
Nach dieser Erzählung musste ich mich ernsthaft zusammenreißen, um nicht die Fassung zu verlieren. Wie auch immer das geschehen würde. Oder warum genau eigentlich.
"Das... wusste ich nicht", begann ich leise. "Ich wusste absolut nichts von dir. Jede meiner Fragen nach dir blieb unbeantwortet, stattdessen wurde ich wieder mit irgendeinem Auftrag zurückgeschickt, als ob mich das ablenken würde. Als ob mich das die Erinnerungen vergessen ließ." Ich atmete kurz durch, bevor ich fortfuhr.
"Wenn ich damals gewusst hätte, dass du mich jetzt derart verabscheuen würdest, hätte ich mir damals nicht die Mühe gemacht. Ich hätte nicht meine Eltern angefleht, die Klage fallen zu lassen, um mich dann so heftig mit ihnen zu streiten, dass es beinahe handgreiflich geworden ist. Vor lauter Wut hatte ich ihr letztes Beweisstück ausgeplaudert. Ich hätte auch nicht versucht, sie davon zu überzeugen, dass ich gelogen hatte, ich hätte nicht das Arbeitszimmer meines Vaters auseinandergenommen, um diese Beweise zu vernichten. Dann wäre das alles wahrscheinlich gar nicht passiert. Vielleicht wären wir heute noch in diesem Fall verwickelt, vielleicht wären wir noch Freunde. Aber du hast Recht, schlussendlich hast du das Ganze mir zu verdanken", beendete ich meine Erzählung. Mal hatte ich leise, mal etwas lauter gesprochen. Aber das, was ich jetzt sagte, klang einfach nur zutiefst verletzt.
"Tut mir leid, Emmanuel. Wirklich, es tut mir leid. Alles davon. Ich wollte nicht, dass irgendetwas von dem dir passieren würde. Und ich weiß, dass man die Vergangenheit nicht ändern kann, aber einen Neuanfang kann man immer machen. Aber das scheinst du nicht zu wollen. Tut mir leid, dass ich deine Zeit verschwendet hab."
Geschlagen wandte ich mich ab und ließ den Kopf hängen, dann begann ich, in irgendeine Richtung zu gehen, war auch egal, wo ich landen würde.
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Re: Le Roleplay

Beitrag von DanDaniel am Do Feb 23, 2017 9:57 pm

Emmanuel
Nachdem Stig einen Abgang gemacht hatte stand ich einen Moment ratlos in der Gegend rum, bis ich den Kopf schüttelte und weiterging. Diese Szene war unnötig gewesen, man hätte von uns beiden eigentlich ein erwachseneres Verhalten erwarten können. Aber was genau war jetzt bitte der Sinn dieser Aufklärung über sein Leben gewesen? Sollte ich mich jetzt deswegen schlecht fühlen? Wir wussten hier doch wohl beide, wer den kürzeren gezogen hatte. Trotzdem musste ich mir wohl eingestehen, dass er nicht ganz das rosige Leben gelebt hatte, das ich mir eingebildet hatte. Wenn es stimmte, was er sagte, dann hatte er wohl ziemlich aufs Maul bekommen - hoffentlich nicht wortwörtlich - dafür dass er sich für mich eingesetzt hatte... Was? Ich hob die Augenbrauen und schüttelte erneut den Kopf, diesmal etwas hastiger, wie um ein lästiges Insekt loszuwerden. Ich musste dringend aufhören, darüber nachzudenken. Sonst setzte ich mir nur selbst wieder eine Brille auf und ich wurde verblendet.

Hayashi
Ich hatte gerade mein Zimmer verlassen, um mich mit meinen Unterlagen auf eine Bank irgendwo draußen zu setzen und dort zu lernen, aber sobald ich ein paar Meter gelaufen war, wurde ich Zeuge irgendeines Dramas, von denen ich gedacht hatte, es gäbe sie nur an meiner Highschool.
Ich stand ein wenig zu weit weg, um alles zu verstehen, aber wurde jedenfalls sehr gefühlsstark aufeinander eingeredet. Dabei schien mir der kleinere der beiden um einiges aggressiver zu sein, von dem großen glaubte ich irgendwas von Neuanfang zu hören. Und irgendwann schloss der dann auch ab und ließ den kleineren stehen und ging... in meine Richtung. Einen Moment dachte ich darüber nach, so zu tun als wäre ich gerade erst gekommen und wüsste nichts von der Szene die sich eben abgespielt hatte. Aber dann fiel mir wieder ein, dass mir Del eingebläut hatte, ich solle mir Freunde suchen (Ich war nicht gerade ein Außenseiter, ich unterhielt mich manchmal mit den Leuten aus meinen Kursen und arbeitete mit drei anderen an einem Projekt, aber ich hatte eben noch niemanden, bei dem ich mir die Augen ausheulen konnte, sollte es denn mal zu einer Situation kommen, in der ich das Bedürfnis dazu hätte. Also entschloss ich mich für die sozialere Variante.
"Uh... Entschuldige, es geht mich zwar nichts an, aber bist du okay?" fragte ich vorsichtig, nachdem ich den Typen mit einem Schultertippen (naja, eher Oberarm.) auf mich aufmerksam gemacht hatte. "Das hat sich ziemlich hart angehört."
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Re: Le Roleplay

Beitrag von MyMilo am Do Feb 23, 2017 10:54 pm

Stig
Meiner Gefühle sowieso nicht mehr Herr, blieb ich stehen und sah mir kurz an, wer mich aufgehalten hatte. Lange Haare, hipstermäßige Klamotten, Asiate. Da ich heute sowieso nichts anderes tat, als irgendwelche Regeln zu brechen oder irgendwelche mir vorgeschriebene Moral über Bord zu werfen, beschloss ich, mit ihm Kontakt aufzubauen.
"Okay bin ich schon, denke ich, nur etwas aufgewühlt", erklärte ich mit einem leisen Seufzer. "Aber es würde mir nichts ausmachen, wenn wir etwas weiter weg von ihm gehen könnten", fuhr ich mit Seitenblick auf Emmanuel fort, bevor ich mich wieder in Bewegung setzte, flankiert von dem noch Unbekannten.
"Ich bin Stig, Stig Evensen", stellte ich mich kurz vor. Dann fiel mir etwas auf. "Sag mal, hab ich dich nicht schon mal gesehen? Studierst du nicht auch Wirtschaft?", wollte ich wissen.
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Re: Le Roleplay

Beitrag von DanDaniel am Sa Feb 25, 2017 1:32 am

Hayashi
Ich nickte. Tatsächlich, jetzt wo er es sagte, fiel mir auf, dass ich ihn in dem Kurs schon ein paar Mal gesehen hatte. "Ja, wir müssten im selben Kurs sein. Ich bin Hayashi Nageru." stimmte ich zu. Darauf folgte eine kurze Stille, also suchte ich nach dem nächstbesten Thema. Auch, wenn es mich natürlich interessiert hätte, was gerade passiert war, fand ich, dass ich das Thema wohl erstmal in Ruhe lassen sollte.
"Und, wie hat es dich hierher verschlagen?" fragte ich nach.
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Re: Le Roleplay

Beitrag von MyMilo am Do März 02, 2017 10:40 pm

Stig
"Meiner Familie gehört eine große Firma im Silicon Valley, und da ich höchstwahrscheinlich der Nachfolger meines Vaters werde, sollte ich mich wohl darauf vorbereiten. Den Bachelor in European Studies hab ich schon, jetzt kommt Wirtschaft dran", erklärte ich.
Etwas erleichtert über den Themawechsel war ich schon, was sich womöglich auch aus meiner Antwort raushören lassen konnte. Zwar war ich versucht, einen Blick zurückzuwerfen, hielt mich aber selbst streng davon ab. Er war wahrscheinlich sowieso schon weg.
"Und du? Kommst du auch von hier oder von weiter weg?", wollte ich wissen. Bei unseren ausländisch klingenden Namen konnte man ja nie wissen. Ich lächelte Hayashi an bei dem Gedanken.
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Re: Le Roleplay

Beitrag von MyMilo am Mo März 13, 2017 9:57 pm

Damian
Um ehrlich zu sein, hatte ich keine Lust darauf, heute die Verantwortung zu tragen. Ich fuhr die Crew hin, aber ich wollte mich dann auch schön besaufen. Dies ließ ich den Rest noch auf der Hinfahrt auch wissen. Das letzte Mal war einfach schon zu lange her.
Am Ziel angekommen, wurde ich prompt mit dem Auto allein gelassen, da sich der Rest schon sehr motiviert ins Haus begab. Während ich ausstieg, bemerkte ich irgendein Mädchen in der Dunkelheit, das aus der Tür gekommen war und anscheinend schon den Nachhauseweg antrat. Aber warum? Nach elf Uhr wird jede Party besser. Aber sie musste wohl ihre Gründe haben, ich konnte ja keine Gedanken lesen.
Drinnen angelangt, schnappte ich mir das nächstbeste Getränk, das ich finden konnte, egal, was es war, Hauptsache Alkohol. Damit begann ich, ein paar Runden zu drehen, bis ich das Geburtstagskind entdeckte, das beinahe etwas verloren aussah. Als es mich schlussendlich auch entdeckte, wurde mir auch klar, warum.
Dass er betrunken war, konnte man ja auch riechen, aber die glasigen Augen, zerzausten Haare, unordentlichen Klamotten und dieser erschöpfte Gesamteindruck ließen mich eins und eins zusammenzählen. Er hatte definitiv gerade jemanden am Start gehabt, was ihn womöglich gerade etwas verwirrte. Ich grinste schief bei dem Gedanken und bahnte mir einen Weg zu Bry rüber.
"Hey, alles Gute zum Geburtstag", rief ich ihm zur Begrüßung entgegen. "Alles klar bei dir?", fragte ich kichernd nach, da er immer noch gleich verloren aussah.
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Re: Le Roleplay

Beitrag von DanDaniel am Mi März 15, 2017 12:19 am

Brian
"Alles bestens." bestätigte ich Damian mit einem Zwinkern und versuchte, meine Haare irgendwie in Ordnung zu bringen. Das gab ich aber schnell wieder auf, mir fehlte es an Spiegel und koordination um hier irgendwas besser machen zu können, als es war. Ein bedhead stand mir eh einigermaßen.
"Du bist heute nicht der Fahrer?" Stellte ich nach meinem Versuch mit einer Geste in Richtung der Redcup fest, die er in der Hand hielt. Dann würde ich heute vielleicht mal einen betrunkenen Damian erleben. Es machte mich schon neugierig.
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Re: Le Roleplay

Beitrag von MyMilo am Mi März 15, 2017 10:25 pm

Damian
"Wohl eher nur der Hinfahrer", ließ ich ihn wissen, "also wenn im Haus kein Platz mehr ist, können wir auch im Auto pennen, bis einer von uns nüchtern genug zum Fahren ist", fügte ich noch hinzu. Gerade fing ich an, mich zu fragen, was für Wunder ich vollbracht hatte, dass noch niemand in mein Auto gekotzt hatte. Ich war eben der Beste. Oder so.
Eine Weile lang kreiste ich einfach nur durch die Menge, mal mit, mal ohne Bry, aber immer mit Alkohol, den ich endlich auch zu spüren bekam, da ich wahrscheinlich die einzige Person hier war, die nicht high war.
Irgendwann rannte ich in eine Person rein, die mir einen Sack unter die Nase hielt und mich bat, etwas hineinzuwerfen. Da ich auf solche Situationen inzwischen vorbereitet war, fischte ich die übliche Zehn-Cent-Münze aus meiner Hosentasche und warf sie hinein. Dann wurde ich gebeten, mich irgendwo ins Wohnzimmer zu setzen, wo ich auch Bry wieder entdeckte. War ja klar, dass er dort mitmachte.
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